28. Soyfer Symposion

Projektkonzept
Jura Soyfer, Fake News, Wissenschaften, Künste
Veranstaltungsort: Jura Soyfer Zentrum am Leberberg
Vorbereitung, Durchführung, Nachbereitung (Dokumentation): Jura Soyfer Gesellschaft
Konferenzsprachen: Deutsch, Englisch
Projektleiter: Wissenschaftlicher Direktor Dr. Herbert Arlt, Vorsitzender der Jura Soyfer Gesellschaft

Die Symposien sind stets wichtige sprachliche, wissenschaftliche und künstlerische Veranstaltungen für die Entwicklung von Projekten gewesen und haben jeweils erhebliche Erkenntnisfortschritte mit sich gebracht.

Das 28. Soyfer Symposion 2019 zeichnet sich vor allem dadurch aus, dass jahrzehntelange transdisziplinäre Leistungen zu einer breiten, österreichischen und internationalen Nutzung vorbereitet werden. Dazu liegen eine Edition, Übersetzungen in rund 50 Sprachen, Essays, wissenschaftliche Artikel, Dokumentationen von Projekten (Theateraufführungen, Hörspiele, Filme etc.) vor.

Weiters stehen im Zentrum, Fake News (Lügen), Hass etc., die wesentliche Elemente der nationalsozialistischen Propaganda waren. Zwar gibt es nun in der Öffentlichkeit eine Sensibilität der Lingua Tertii Imperii gegenüber, aber nicht gegenüber den Strukturen der Kommunikation:

  • Dem Irrationalismus (darunter: Leugnung wissenschaftlicher Ergebnisse)
  • Der Kunstfeindlichkeit
  • Der Umwandlung von Menschen in Zahlen
  • Der Durchsetzung von Lügen in Form gesellschaftlicher Strukturen (z.B. Streichung der Mittel für wissenschaftliche Vereine und KünstlerInnen)
  • Etc.

Soyfer hat in diesem Kontext sehr viel aufgedeckt. Er hat sich nicht nur mit der Sprache des Nationalsozialismus auseinandergesetzt, sondern – wie insbesonders in seinen Stücken „Weltuntergang“ und „Astoria“ – mit den Kommunikationsstrukturen.

Gerade heute wird dies durchaus verstanden und derzeit vor allem in Theaterprojekten, aber auch wissenschaftlichen Analysen aufgegriffen.

Es wird also notwendig sein, sowohl das Historische herauszuarbeiten und ähnlich wie im Falle der Lingua Tertii Imperii zu einer Ablehnung derartiger Strukturen zu gelangen. Die Frage ist zu stellen, ob nicht auch diese Strukturen den Verboten bereits bestehender Gesetze unterliegen.

Zugleich geht es aber auch darum, die Kreativität, die Innovationen einer jungen Generation sichtbar zu machen, die Soyfer als ihren Dichter versteht.

Die Konzeption des transdisziplinären Symposions ist so, dass wissenschaftliche Beiträge präsentiert und diskutiert werden. Aber es geht auch um die Präsentation künstlerischer Arbeiten, die Besprechung von Projekten – jeweils in Deutsch und/oder Englisch.

Versucht wird immer wieder die Kosten durch virtuelle Beiträge (Texte, Skype) zu reduzieren. Es erweist sich aber, dass persönliche Begegnungen doch am Hilfreichsten sind. Und nicht in allen Fällen können Institutionen, Universitäten die Kosten übernehmen. Keinesfalls wird gewollt, dass die Teilnahme am Polylog durch die finanziellen Möglichkeiten bestimmt wird. Es sollen diejenigen unterstützt werden, die ausgezeichnete Arbeit leisten aber nicht über die notwendigen Ressourcen verfügen. Das gilt auch für diejenigen, die dieses Symposion organisatorisch aus der Armut heraus vorbereiten.

Angekündigt haben sich eine Reihe von namhaften, aber auch noch sehr jungen WissenschafterInnen und KünstlerInnen aus einem Dutzend Ländern – entweder per Skype oder auch persönlich, wenn ihre Institutionen die Kosten übernehmen. Darunter:

Univ.Prof.Dr. Knut Ove Arntzen (Bergen), ein wichtiger norwegischer Theaterwissenschafter, der für seine weltweite Auftritte bekannt ist und sich für Jura Soyfer in Norwegen engagiert – nicht nur im Rahmen der Universität. Er regt auch Theater an, sich mit Soyfer zu beschäftigen.

Ass.Prof.in Dr.in Rania Elwardy (Kairo) hat Soyfer ins Arabische übersetzt und Theateraufführungen angeregt.

Univ.-Prof. MMag. Dr. Hartmut Krones (Wien) wird zu folgendem Thema sprechen: Die musikalische Darstellung von „fake news“ in der Jura-Soyfer-Oper „Weltuntergang“ von Wilhelm Zobl.

Univ.Prof.in Dr.in Alessandra Schininà aus Ragusa bzw. Catania in Italien schrieb ihre erste wissenschaftliche Arbeit zu Soyfer bereits in den 1980er Jahren.

Olha Kryvosheieva wird die aktuelle Aufführung des Soyferschen Stückes „Der Weltuntergang“ in Charkiw | Charkow in der Ukraine präsentieren.

Dazu sollen weitere Projekte aus Wien, Hamburg, Izmir, Mainz etc. kommen.

Wichtig ist, dass es aber nicht nur um Soyfer als Soyfer geht, sondern um die Tradition der Fake News und ihre heutige Realität. Aber es bleibt aktuell, wie Soyfer zum Beispiel in „Astoria“ zeigt, wie Kunst ein Gegenpol sein kann.

Kontakt:
Wiss.Dir.Dr. Herbert Arlt
www.soyfer.at
Vorsitzender
arlt@soyfer.at
Wien
+43 676 5364912