Nr. 3/1996
Zeitschrift (1989–2007)


Index
Suche  

Editorial

Zhang Yushu (Beijing):
Österreichische Literatur in China

Krzysztof Lipinski (Krakau):
Erinnerte und mythisierte Wirklichkeit
: die Donaumonarchie, gesehen mit den Augen des polnischen Kämmerers Marian Rosco Bogdanowicz

Wenzeslav Konstantinov (Sofia):
Elias Canetti – Ein österreichischer Schriftsteller?

Anna Milanowski (Wien):
Werke österreichischer Autoren im Theater Krystian Lupas

Premieren der Werke österreichischer Autoren im Theater Krystian Lupas

Krystian Lupa:
"KANT SCHWINDELT"

"...können eigentlich nur Gegenkräfte entfalten.."
Dokumentationsgespräch mit Hermann Schlösser

Internationales Memorandum

Herbert Arlt:
Zur Wissenschaftsorganisation der "Germanistik"

Kunst und Zukunftsgestaltung – "Verbirg, verbirg den Traum der Nacht" – "Dramatik, 'global towns', Jura Soyfer"

Frauengespräche

 

Zur Gesamtübersicht Zur Bestellung

   
Editorial

In diesem Heft wird der Abdruck wissenschaftlicher Beiträge mit unterschiedlichen Zugängen zur österreichischen Literatur fortgesetzt. Im Heft 4 der Zeitschrift werden Statements und weiterführende Beiträge zum Thema "Bedeutung österreichischer Literatur aus internationaler Sicht" (13./14.9.1996) veröffentlicht werden. Sie basieren auf einer Tagung, die vom "Institut zur Erforschung und Förderung österreichischer und internationaler Literaturprozesse" und dem Literaturhaus gemeinsam im Literaturhaus in Wien organisiert wurden.

Als zentrale Ergebnisse und Vorschläge dieser Tagung sowie der internationalen Konferenz "Interkulturelle Erforschung österreichischer Literatur" (15.–19.9.1996 in St.Petersburg) sowie der Tagung zur österreichischen Literatur in New Dehli im Oktober 1996 können angesehen werden:

  1. Im Anschluß an das UNESCO-Dokument "Our Creative Diversity" wird die Bedeutung von Kultur und Kulturwissenschaften hervorgehoben und Vorschläge für eine Veränderung unterbreitet (s. auch das "Internationale Memorandum" in diesem Heft).
  2. Es wurde ein Paradigmenwechsel festgestellt. Es geht nun nicht mehr wie in den 70er Jahren und 80er Jahren um das "Für und wider" einer österreichischen Literatur, sondern um die Erarbeitung von Datenbanken und Literaturgeschichten (eine wichtige Diskussion dazu, die im Rahmen der "Österreichischen Gesellschaft für Germanistik" vom 16.–18. Mai 1996 in Innsbruck stattfand, wird in einer Sondernummer des "Stimulus" (Wien) abgedruckt).
  3. Österreichische Literatur ist eine Literatur in mehreren Sprachen.

  4. Es soll kein Kanon erarbeitet werden. Vielmehr geht es um eine weitgehende Annäherung an den Gegenstand in seiner Widersprüchlichkeit.
  5. Für die Erforschung österreichischer Literatur soll nach Maßgabe der materiellen Möglichkeiten das INTERNET genutzt werden – sowohl für eine qualitativ neue Form der Wissenschafts- kommunikation und -organisation (Informationshomepages) als auch für eine Datenbank mit dem Titel "Biobibliographie österreichischer AutorInnen" (neue Qualität der internationalen Zugänglichkeit zu Daten zur österreichischen Literatur). Außerdem soll weltweit per INTERNET für zentrale Probleme eine Diskussionsseite angeboten werden, sobald die notwendige Breite der Infrastruktur (und damit der Möglichkeit der Beteiligung an der weltweiten Diskussion) erreicht ist. Für den Aufbau dieser Strukturen werden ab 1997 weltweit Seminare angeboten. Mitte 1997 soll auch ein Buch von Rosenauer/Arlt zur Verfügung stehen (Arbeitstitel: Literaturwissenschaften und INTERNET). Diese Strukturen sind Voraussetzungen, um bei einer großen Anzahl von beteiligten WissenschafterInnen zu möglichst konkreten Ergebnissen zu kommen und neben der Einbringung von Einzelperspektiven auch Verallgemeinerungen unter Berücksichtigung weltweiter wissenschaftlicher Ergebnisse zu ermöglichen.
  6. Mit der Erarbeitung der Datenbank wird nur eine Grundlage geschaffen, die notwendig ist, um sich einer komplexen Materie anzunähern. Die Aufarbeitung von Nachlässen, die Interpretation von Texten, die Analyse vielfältiger Prozesse (auch in Einzelarbeiten), die Theorie von Annäherungsformen und ihren Aussagemöglichkeiten, neue Vorschläge zur Schreibung einer Literaturgeschichte unter Abwägung von Vor- und Nachteilen modernster Technologie u.a. sind für die Erarbeitung einer Literaturgeschichte, die heutigen theoretischen Anforderungen genügen soll, unbedingte Voraussetzungen.
  7. Im Kontext neuer Rahmenbedingungen und der vielfältigen Diskussionen zur neuen Orientierung der Kulturwissenschaften soll vom 22. bis 26.9.1997 im Kongreßhaus in Innsbruck eine Konferenz zum Thema "Europäische Literatur- und Sprachwissenschaften" stattfinden. Eine Strategiedebatte unter Berücksichtigung internationaler Rahmenbedingungen ist vom 25. bis 29.3.1998 in Schlaining geplant.

Damit werden auch Ergebnisse der Soyfer-Forschung in eine breitere Diskussion eingebracht. Das Soyfer-Archiv selbst, das unter anderem als Experiment zur Erarbeitung von Logistik für Datenbanken diente, wird ebenfalls nach Maßgabe der Finanzierung ab Mitte/Ende 1997 über INTERNET zugänglich sein. Auch besteht bereits die Möglichkeit, sich per INTERNET über die Aktivitäten der Soyfer-Gesellschaft zu informieren (www.soyfer.at). Soyfer selbst wird 1997 wiederum Ausgangspunkt für weitere grundsätzliche wissenschaftliche Fragestellungen und Beiträge sein (s. dazu in diesem Heft den Entwurf für die nächste Soyfer-Konferenz vom 8.–10.12.1997 in Wien).

Weiterführende Literatur in Ergänzung zur nächsten Zeitschrift: Donald G. Daviau/Herbert Arlt (Hrsg.): Geschichte der österreichischen Literatur (Beiträge zur Konferenz "Austrian Literary History" vom 19. bis 23.4.1995 an der University of California in Riverside). St.Ingbert 1996, Teil 1, 2. (ISBN 3–86110–107–6). Herbert Arlt/Alexandr W. Belobratow (Hrsg.): Interkulturelle Erforschung österreichischer Literatur (Beiträge zur gleichnamigen Konferenz vom 15.–19.9.1996 in St.Petersburg; erscheint 1997).

Fortgesetzt werden sollen in der Zeitschrift auch die bilateralen Schwerpunkte. Untersucht werden sollen in den kommenden Jahren u.a. die Wechselwirkungen von österreichischer Literatur mit Rumänien, Italien, Bulgarien, Argentinien, der Ukraine, Indien, den USA und weiterer Länder. Zur Gestaltung dieser Beiträge konnten wiederum namhafte WissenschafterInnen aus den jeweiligen Ländern gewonnen werden. Darüber hinaus sollen in der Zeitschrift aber auch allgemeine Fragestellungen von Kulturprozessen behandelt werden. Selbstverständlich wird aber dabei auch die Berichterstattung über Soyfer, seine Zeit, die Rezeptionsgeschichte seiner Werke ein Schwerpunkt bleiben. Nicht zuletzt durch Übersetzungen (außer ins Ungarische und Hindi, die bereits vorliegen, sollen heuer auch Übersetzungen ins Ukrainische und Rumänische gedruckt werden), durch Aufführungen, Ausstellungen, Veranstaltungen findet eine sich immer noch erweiternde Auseinandersetzung mit Soyfer weltweit statt.

       
  Zur Gesamtübersicht    Zur Bestellung nach oben
       
  INDEX   © JSG 2007